Und heute ging es mir schlecht

Manchmal habe ich so Tage an denen ich meinen Lebenskrisen verfalle. So wie heute.

Ich war einfach total traurig und konnte nicht genau benennen, wieso. Ich glaube, ich habe einfach zu viel nachgedacht, aber nicht im Konstruktiven. Ich glaube, meine Lebenssituation ist im Moment allgemein herausfordernd, weil ich herausfinden muss, was genau ich eigentlich will und wohin ich will. Bzw. ich weiß sogar wohin ich will, aber ich weiß nicht, wie ich dahin komme. Und ich glaube, ich muss einfach meinen Platz in dieser Welt finden und Lasten ablegen, die die Vergangenheit mir auferlegt hat. Manchmal macht mich der Winter auch einfach traurig, weil es immer kalt und zu lange dunkel ist und fast nie die Sonne scheint und dann kommen mir Sachen manchmal schlimmer vor, als sie sind.

Jedenfalls habe ich etwas zu viel über alles nachgedacht und bin dann in ein emotionales Loch gefallen, wo ich einfach gar nicht mehr wusste wo oben und unten ist, was ich mit meinem Tag und mit meinem Leben anfangen soll und wieso ich überhaupt hier bin. Wenn es mir gut geht, habe ich die Antworten auch, bzw. die Probleme und Fragen, die ich habe, wenn es mir schlecht geht, sind dann einfach nicht relevant, weil alles okay ist. Aber irgendwie vergesse ich das alles oder es stellt sich mir wieder neu, wenn es mir nicht so gut geht.

Wenn es mir nicht gut geht, hilft es mir immer zu beten. Aber manchmal hilft es mir auch nicht, jedenfalls nicht sofort, weil ich mich dann noch mehr auf meine Probleme fokussiere und ich selbst in Gedanken keinen Perspektivwechsel machen und danke sagen kann, wenn ich einfach nicht danke sagen will. Ich hab jedenfalls zu Gott gesagt, dass ich jetzt einfach Hilfe brauche, weil ich mir selbst echt gar nicht weiterhelfen kann und keine Ahnung habe woher ich die Kraft nehmen soll irgendetwas Gutes zu tun. Aber ich weiß, dass alle meine positive Kraft von ihm kommt und Gott liebt es zu helfen und er liebt es uns zu stärken, wenn wir schwach sind.

Und Gott ist treu, er hat meinen Tag gerettet. Er macht das immer, wenn man ihn darum bittet. Ich konnte mich mit einer Freundin treffen, wir haben über alles geredet, zusammen etwas unternommen und es war einfach total schön. Mir geht es jetzt wieder ziemlich gut 🙂 Gott ist gut :p

Aber wieso schreibe ich das alles? Es ist für mich nicht total einfach solche persönlichen Sachen zu teilen, aber es ist für mich viel weniger ein Problem als es früher war, weil ich Schwäche nicht mehr als etwas Negatives empfinde. In Schwäche liegt die Stärke Beziehungen zu Gott oder anderen zu vertiefen. Aus Schwäche entsteht Ehrlichkeit und Barmherzigkeit mit anderen. Zumindest wenn man sie sich eingesteht. Außerdem sind wir alle irgendwann schwach und ich finde es echt schade, dass Menschen denken, sie dürften das nicht teilen. Wenn wir nie sagen, dass es uns nicht gut geht, dann kapseln wir uns von den Menschen um uns herum ab und vereinsamen innerlich. Davon wird alles nur noch schwerer als es eigentlich ist.

Auf der einen Seite ist der Grund, dass wir nicht darüber sprechen in uns drin. Wir denken vielleicht, dass das Problem nicht ernst genug ist um jemand anderen damit zu belasten (es ist ja niemand gestorben oder so), oder wir schämen uns das wir das Problem haben oder wir haben Angst, deswegen abgelehnt zu werden oder wir denken wir sind die einzige Person, der es so geht. Es gibt bestimmt noch mehr Gründe, aber ich glaube der Hauptgrund ist eigentlich Angst. Auf der anderen Seite ist es aber auch so, dass wir nicht darüber sprechen, weil uns von außen kein Raum dafür gegeben wird. Es fragt vielleicht niemand wie es einem geht und man hat nicht das Gefühl, dass es jemanden wirklich interessiert, wie es in einem drin aussieht, weil alle zu sehr mit sich selbst beschäftigt sind. Man hat vielleicht auch keine Person, der man diese Dinge anvertrauen würde. Und man hat eventuell auch das Gefühl, dass kein Raum dafür da ist, etwas Negatives anzusprechen, weil es allen anderen so gut zu gehen scheint. Oder weil allgemein einfach nicht über sowas geredet wird.

Aber ich möchte das gern ändern. Mir geht es nämlich auch nicht immer gut, manchmal geht es mir sogar sehr schlecht und es ist völlig normal und völlig okay. Wir müssen nicht heile Welt spielen, wenn die Welt nun mal zerbrochen ist.

Ich möchte dir einfach sagen, dass es total okay ist, wenn es dir heute oder wann anders schlecht geht bzw. du Probleme hast. Es ist normal. Und du bist trotzdem ein starker und wertvoller Mensch. Außerdem bist du nicht die einzige Person. Jeder Mensch hat irgendetwas, was ihn belastet. Manche Leute geben es nicht zu und mit denen kann man auch nicht darüber reden, aber grade das ist ein Zeichen davon, dass diese Person ein Problem hat. Erst Recht Leute im gleichen Alter haben meistens auch die gleichen Probleme, aber es traut sich niemand darüber zu reden. Dabei ist es so, dass sich die meisten Menschen freuen, wenn sie anderen bei Schwierigkeiten helfen und ihnen zuhören dürfen. Die meisten Leute fühlen sich geehrt, wenn man ihnen erzählt, was einen wirklich beschäftigt, weil sie das Gefühl haben, dass man ihnen vertraut.

Ich kann das aber sehr gut verstehen, wenn man sich nicht traut etwas zu erzählen, was einen belastet. Ich hab damit auch immer noch Schwierigkeiten und wie gesagt ist dafür einfach nicht überall Raum. Man ist auch nicht gleich falsch, wenn man etwas nicht erzählen will, weil man merkt, dass dafür einfach kein offenes Ohr da ist.

Ich hab den Eindruck, dass Gott sagt: Erzähl mir das Problem, was du hast. Ich verurteile dich für nichts, denn ich kenne deine Geschichte und weiß wieso es so ist wie es ist. Ich liebe dich und ich werde dir helfen, egal was passiert. Du kannst mir vertrauen, ich werde dich nicht enttäuschen. Versprochen.

Ich hoffe, dass ich durch diesen Artikel Raum geben kann, über Dinge zu sprechen. Über ungeschönte Dinge. Das Leben ist echt und real und wunderschön und schmerzhaft aber durch den Schmerz den wir erleben können wir im Leben eines anderen Goldspuren hinterlassen.

4 Kommentare zu „Und heute ging es mir schlecht

  1. Die Welt ist zwar angeschlagen, aber nicht zerbrochen. Allerdings versteh ich dein Gefühl. Allerdings glaube ich nicht, dass „Gott“ uns dabei hilft, die Welt zu einem besseren Ort zu machen. Das müssen wir schon alleine hinbekommen. Ich glaube auch nicht, dass „Gott“ mir hilft. Auch das muss ich überwiegend alleine hinbekommen.

    Gefällt 1 Person

    1. Danke für deinen Kommentar, molefran! 🙂 Ich finde schon, dass diese Welt zerbochen ist (manchmal mehr, manchmal weniger), aber das ist natürlich subjektiv und jeder sieht die Welt mit anderen Augen. Deine Sichtweise kann ich nachvollziehen und ich finde es gut, dass du sie geteilt hast. Bei mir ist es jedoch einfach so, dass ich es praktisch erlebe, dass Gott mir hilft. Ich kann das gar nicht anzweifeln, weil Gott für mich so lebendig und real ist, wie die Luft die ich atme. Das ist natürlich nicht bei jedem so (obwohl ich glaube, dass es auch bei jedem so sein könnte, wenn er oder sie das will), aber mir hilft die Beziehung zu Gott, das Leid dieser Welt besser zu ertragen und darin trotzdem noch Hoffnung oder einen Sinn zu sehen. Und ich wüsste jetzt gar nicht mehr, wie ich ohne Gott klar kommen sollte, ich würde mich total verloren fühlen. Aber das ist meine persönliche Erfahrung und ich möchte niemandem aufzwingen auch so zu glauben wie ich. Trotzdem teile gern meine Erfahrungen, weil ich hoffe, dass ich anderen damit weiterhelfen kann.
      Und ich wünsche ich dir jetzt noch einen sehr schönen Tag und ganz viel Freude! 🙂

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